Ech wënschen all de Kandidaten, mee insbesonnesch deenen vun der Lëscht 3 – LSAP, vill Gléck fir muer.

Als President a Kandidat vun de Stater Sozialisten soen ech och schon am Viraus merci fir är Ënnerstetzung a fir all déi interessant Gespréicher déi mier während der Wahlkampagne haaten.

Ech hoffen dass mier d’Chance kréien är an eis Ideeën nom 9. Oktober zesummen emzesetzen.

Christophe

Überhaupt sollen jene, die den Staat leiten, zwei Weisungen Platos beachten: die eine, dass sie den Nutzen der Bürger so schützen sollen, dass sie, was auch immer sie tun, sich auf ihn beziehen und ihre eigenen Vorteile vergessen sollen, und die andere, dass sie für den gesamten Staatskörper sorgen sollen, damit sie nicht, wenn sie nur einen Teil schützen, die übrigen im Stich lassen.
Wie nämlich der Schutz, so ist auch die Verwaltung des Staates zum Nutzen derer auszuüben, die anvertraut sind, nicht zum Nutzen derer, denen er anvertraut ist. Diejenigen aber, die sich nur um einen Teil der Bürger kümmern, und einen anderen Teil vernachlässigen, führen eine sehr schädliche Vorgehensweise in die Bürgerschaft ein, Aufruhr und Zwietracht. Daraus kommt, dass die einen als volksfreundlich erscheinen, andere als bemüht um gerade die Besten, wenige um alle.
(Marcus Tullius Cicero, De officiis I, 85)

In vielen Ländern Europas haben bei vergangenen Wahlen extremistische Parteien großen Zuspruch erhalten. Erklärungen für diese Erfolge gibt es einige: kein oder nur wenig Vertrauen in die alteingesessenen Parteien, Protestwahl gegenüber eben diesen Parteien, Veränderungen in der Gesellschaft, Besetzen von Themen die von anderen Parteien ignoriert werden…

Auch in Luxemburg wird die Kluft zwischen den Parteien und den Bürgern immer größer. Das Vertrauensverhältnis zwischen den Wählern und den Parteien scheint gestört und immer weniger Menschen sind bereit sich parteipolitisch zu engagieren.
Sicher, ein ganz rezentes Phänomen ist dies nicht und es beschränkt sich auch nicht allein auf Luxemburg: schon 1992 war «Politikverdrossenheit» das Wort das Jahres in Deutschland. Liest man aber verschiedene Schlagzeilen in den letzten Wochen und Monaten und auch die darauf folgenden Reaktionen, kann man allerdings daraus schließen, dass die Situation in Luxemburg leider nicht besser geworden ist.

Im Gegenteil, die Menschen scheinen mehr und mehr das Vertrauen in die Politik und insbesondere in die Politiker zu verlieren. Affären um die Einstufung und den Verkauf von Grundstücken, die Ausnutzung des öffentlichen Mandats zur persönlichen Vorteilnahme, die private Nutzung von, durch die Ausübung eines öffentlichen Mandats gesammelten, Flugmeilen, allzu große Nähe verschiedener Politiker zu privaten Interessen, Herunterwirtschaften von Gewerkschaften durch ämterkumulierende Abgeordnete … Die Schlagzeilen reißen nicht ab, werfen ein schlechtes Licht auf verschiedene Politiker und führen zu einer pauschalen Verurteilung der gesamten Politikerklasse. Mehr und mehr hängt den Politikern das Image an, sie würden sich nur um das eigene Interesse und das eigene (finanzielle) Wohl sorgen, anstatt sich auf ihre eigentliche Aufgabe, nämlich das Einsetzen für das allgemeine, öffentliche Interesse, zu konzentrieren.

Dass eine solche Verallgemeinerung auf die Mehrheit der politisch Aktiven nicht zutrifft steht außer Frage. Dass solche Affären das Bild des Politikers in der Öffentlichkeit prägen und auf Dauer ernsthaft beschädigen steht aber ebenso außer Frage.

Eine negative Folge des Glaubwürdigkeitsverlusts der Politiker ist, dass der Rückhalt und das Vertrauen in der Bevölkerung bei wichtigen Entscheidungen fehlen. Letztere werden oft in Frage gestellt, da das allgemeine Interesse nicht immer offensichtlich ist und die Bürger den Politikern nicht mehr zutrauen, die richtigen Entscheidungen zu treffen.

Darüber hinaus interessieren sich immer weniger Leute für die politischen Entscheidungen und verschließen sich gegenüber politischen Diskussionen – dies ist besonders in einem Land wie Luxemburg mit seinem extrem personenbezogenen Wahlsystem und der wenig profilierten links-rechts Kluft zwischen Parteien – consensus oblige – der Fall. Die Tatsache, dass sich immer weniger Bürger in der Politik engagieren, führt längerfristig zu einem Kompetenzverlust beim politischen Personal und zu einem Qualitätsverlust bei den politischen Entscheidungen.

Dieser Glaubwürdigkeitsverlust kann aber auch gefährlich und zu einer ernsthaften Bedrohung für die Demokratie und unser politisches System werden, wenn es die Politiker und ihre Parteien nicht mehr schaffen die Bürger von der Notwendigkeit verschiedener Entscheidungen zu überzeugen und damit den Rückhalt in der Bevölkerung verlieren. Das dadurch entstandene Vakuum kann und wird von extremistischen Politikern ausgenutzt werden, die darauf aus sind den Zusammenhalt in der Bevölkerung zu zerstören und ihre extremen Positionen durchzusetzen.

Am kommenden 9. Oktober stehen Gemeindewahlen an. Dieses Datum muss dazu genutzt werden, um einen ersten Schritt in Richtung Zurückgewinnen des verlorenen Vertrauens der Wähler zu tun.
Dies kann nur über eine Rückbesinnung auf die eigentlichen Aufgaben der gewählten Politiker geschehen.

Die Politiker werden in öffentliche Ämter gewählt um sich, im Dienste der Öffentlichkeit, für das Wohl der Bürger einzusetzen und nicht um den eigenen finanzielle Interessen zuzuarbeiten. Sie werden gewählt um dem allgemeinen Nutzen zu dienen und nicht um Partikularinteressen den Vorrang zu geben. Sie werden gewählt um, im Aufrag der Bürger, selbst über die Zukunft ihrer Gemeinde zu entscheiden und nicht um die Planungshoheit in der Hauptstadt und anderswo Bauunternehmern sowie Immobilien- und Finanzhaien zu überlassen. Deshalb ist es dringend an der Zeit, dass die Politiker sich auf ihre eigentlichen Aufgaben zurückbesinnen und endlich der Verantwortung ihres politischen Mandats wieder gerecht werden, ansonsten sie die notwendigen Konsequenzen ziehen sollten.

Desweiteren führt eine allzu große Nähe zwischen Politikern aller Parteien und Lobbyisten dazu, dass Partikularinteressen die Oberhand gegenüber dem Allgemeinwohl gewinnen. Daher muss die Offenlegung der wirtschaftlichen Interessen sowie der Verflechtungen zwischen Politik und Wirtschaftsakteuren Teil einer modernen und transparenten Politik sein. Dazu gehört auch die Offenlegung von Interessenskonflikten sowie Nebeneinkünften von Mandatsträgern auf nationaler und auch lokaler Ebene um jeglichen Verdacht des Missbrauchs des politischen Mandats zum eigenen Vorteil auszuschließen; Verdachtsmomente müssen konsequent aufgeklärt werden.

Auch muss die Politik stärker auf die Bürger eingehen und sie in die Entscheidungsprozesse einbinden. Nur durch Miteinbeziehung der Bürger bei wichtigen Entscheidungen, z.Bsp. in Sachen Entwicklung ihrer Gemeinde, können die Kluft und die Berührungsängste zwischen den Bürgern und den Politikern verringert werden. Transparentere Entscheidungsprozeduren, Einrichtung von Bürgerforen, stärkere Bürgerbeteiligung und der Abschied von Entscheidungsfindungen in dunkelsten Hinterzimmern drängen sich auf.

Auf diese Prinzipien müssen sich die Politiker zurückbesinnen um das Vertrauen der Bürger zurückzugewinnen und die Demokratie zu stärken. Am 9. Oktober bietet sich den Politikern die Gelegenheit einen ersten Schritt in diese Richtung zu tun.

Christophe Schiltz
Präsident der Stater Sozialisten (LSAP)

(Artikel aus dem Tageblatt vum 5. Oktober 2011)

In: Wahlen 2011

12 sep 2011

Hei fannt dier de Wahlprogamm vun de Stater Sozialisten fir d’Gemengewahlen den 9. Oktober 2011 (click op d’Photo):

An hei de Quartiersprogramm deen Deel vun eisem Wahlprogramm ass (click op d’Photo):

Gegen die Angst

In: Europa

6 aug 2011

“Alle große politische Aktion besteht im Aussprechen dessen, was ist, und beginnt damit. Alle politische Kleingeisterei besteht in dem Verschweigen und bemänteln dessen, was ist.” – Ferdinand Lassalle, Das System der erworbenen Rechte

Diese Woche fand in Österreich das traditionelle Weltfestival der Internationalen Jusos (IUSY) statt. Es ist üblicherweise geprägt von tausenden von Jugendlichen die miteinander debattieren, Ideen austauschen und fröhlich feiern; doch dieses Jahr konnte es nur unter höchsten Sicherheitsvorkehrungen stattfinden. Es war ein Ort der Trauer, geprägt vom Schock über die Ereignisse in Norwegen die insbesondere AUF, die norwegischen Jusos und Mitgliedsorganisation von IUSY, schwer getroffen haben, sowie über den Verlust von gemeinsamen Freunden.
Aber gleichzeitig war es auch geprägt vom Gefühl der Solidarität mit der Schwesterpartei und der Entschiedenheit der Nachwuchssozialisten sich nicht einschüchtern zu lassen und weiter für ihre Überzeugungen einzutreten.

Der Anschlag war sicherlich die Tat eines Verrückten, die durch nichts zu entschuldigen ist. Aber sie war auch die eines Verrückten der 10 Jahre lang Mitglied einer rechtspopulistischen Partei war, rechtsextremes Gedankengut vertritt und dieses durch seine Tat zum Ausdruck bringen wollte. Es war ein Anschlag gegen die Sozialdemokratie und die Werte für die sie steht. Da ist es nur konsequent, dass die Jusos sich stärker denn je, gemeinsam und über die Landesgrenzen hinaus, für Toleranz, Gerechtigkeit, Freiheit und Solidarität einsetzen und gegen den Rechtsextremismus kämpfen wollen.

Aber der Versuch Rechtsextremismus und nationalistische Tendenzen allein durch einen einfachen Appell an mehr Toleranz, Offenheit und Demokratie zu bekämpfen greift zu kurz. Auch wenn ein solcher Aufruf nicht falsch ist und kurzfristig sicher die richtige Richtung vorgibt, kann er gegen diese gefährlichen Ideen und Überzeugungen mittelfristig alleine nichts ausrichten. Denn die Ursachen liegen tiefer als dass sie sich durch einen solchen Appell einfach hinwegwischen lassen würden.

Der fruchtbarste Nährboden des Rechtsextremismus ist die Angst der Menschen; die Angst vor Veränderungen, dem sozialen Abstieg oder ganz einfach dem was die Zukunft bringen wird. Brandstifter nutzen diese Angst um ihre menschenverachtenden Ideen und Theorien zu säen. Und je mehr sich Menschen bedroht fühlen, durch eine rationelle oder irrationnell wahrgenommene Bedrohung, oder sich in der Gesellschaft nicht zurechtfinden, desto leichteres Spiel haben diese Ideen sich in ihnen festzusetzen und zu festen Überzeugungen heranzuwachsen.

Aufgabe der Politik ist, den Menschen diese Angst zu nehmen. Sie muss sich ernsthaft mit den Sorgen der Menschen um ihre Familie, ihr Zukunft oder ihre Existenz auseinandersetzen. Es ist ihre Aufgabe, ein glaubwürdiges Gesellschaftsbild zu entwickeln und dann den Worten durch dementsprechende politische Handlungen auch Taten folgen zu lassen.

Und genau hier hat die Sozialdemokratie versagt. Sie hat es nicht geschafft eine eigene, glaubhafte Vision für eine moderne und integrierte Gesellschaft zu entwickeln. In einer Welt die sich immer schneller dreht, hat sie die Menschen orientierungslos zurückgelassen. In diese Lücke sind Parteien gestoßen die mit populistischen Parolen und simplistischen Konzepten auf Stimmenfang gehen.

Über Jahre hinweg, haben die linksprogressiven Parteien, quer durch Europa, zugesehen wie sie massiv Wähler, insbesondere innerhalb ihrer traditionellen Wählerschaft, an diese Rechtspopulisten verloren haben. In Norwegen hatten die Rechtspopulisten beispielsweise bei den letzen Wahlen in ihrer Wählerschaft einen größeren Anteil Arbeiter als die Sozialdemokraten. Dies kann und darf die Linke nicht länger ignorieren.

Sie muss einsehen, dass es mit dem alleinigen Predigen humanistischer Werte und einem Appell an hehre Ideale nicht getan ist. Sie muss sich damit auseinandersetzen wieso Rechtspopulisten überall in Europa (in Skandinavien, Finnland, Frankreich, Belgien, den Niederlanden,…) einen so großen Zulauf haben.

Es reicht nicht in abstrakten Konzepten zu denken und die konkreten Probleme totzuschweigen. Es reicht nicht sich für Einwanderung einzusetzen und für Multikulturalismus zu schwärmen, gleichzeitig aber die sich daraus ergebenden Integrations- und Bildungsprobleme sowie sozialen Herausforderungen zu ignorieren. Es reicht nicht ein integriertes Europa als hehres Ideal auf ein Podest zu stellen, aber die sozialen Konsequenzen einer ultraliberalisierten Welt(finanz)wirtschaft als notwendiges Übel einer globalisierten Weltgemeinschaft abzutun.

Der Glaube an das öffentliche Gut, so edel dieses auch sein mag, ersetzt kein Zukunftsbild mit dem sich die Menschen identifizieren können und oder eine Politik die sich den Ängsten der Bürger annimmt und für sie verständliche Lösungen anbietet.

Ohne selbst der Versuchung zu erlegen in Populismus zu verfallen, muss die Sozialdemokratie ein zukunftsfähiges und glaubwürdiges Gesellschaftsbild entwickeln. Sie muss insbesondere der Jugend ihre Zukunftsängste nehmen und sie davon überzeugen die richtigen Konzepte und Ideen im Kampf gegen die Arbeitslosigkeit zu haben.
Sie muss zeigen, dass sie die Sorgen der Menschen ernst nimmt und darf keine Angst haben polarisierende Themen anzugehen; sie muss sich auch mit solchen Problemen befassen denen nicht mit simplistischen Konzepten beizukommen ist.

Denn nur auf diese Art und Weise kann es die Sozialdemokratie schaffen, den Rechtspopulismus- und extremismus auf wirksame Art und Weise zu bekämpfen, und eine Gesellschaft, die auf den Werten der Toleranz, der Gerechtigkeit, der Freiheit und der Solidarität beruht, zu errichten.

(Artikel veröffentlecht am Tageblatt vum 6. August 2011)

Die Stater Sozialisten stellen mit Bedauern fest, dass, mit tatkräftiger Unterstützung des blau-grünen Schöffenrats, weiterhin und ohne Hemmungen schützenswerte Bausubstanz in der Stadt Luxemburg zerstört wird.

In der Tat hatte der « Service des Sites et Monuments » im September 2010 eine Liste von 48 schützenswerten Gebäuden und Straßenzügen ausgearbeitet, die von der urbanistischen und architektonischen Vergangenheit der Stadt zeugen. Als diese Liste allerdings vom Gemeinderat der Stadt Luxemburg geprüft und verabschiedet werden sollte, wurde sie plötzlich vom Schöffenrat wieder von der Tagesordnung gestrichen, mit der Begründung die Stadt Luxemburg habe genügend eigene Mittel, diese Gebäude und damit ihre eigene architektonische Geschichte zu schützen.

Unter den Straßenzügen die der Schöffenrat damals mit dieser fadenscheinigen Begründung von der Tagesordnung strich, befindet sich auch die rue Alfred de Musset.

Und, oh Wunder, in eben dieser Strasse werden zurzeit zwei architekturhistorisch wertvolle Häuser abgerissen, die vom Anfang des vergangenen Jahrhunderts stammen. Dass die blau-grüne Koalition dies zulässt beweist, dass ihr überhaupt nicht daran gelegen ist, die schützenswerte Bausubstanz in der Stadt zu erhalten.

Die Stater Sozialisten sind entsetzt über diese Kaltblütigkeit des DP-Déi Gréng Schöffenrates, dem es anscheinend nur darum geht, dass Spekulanten und Immobilienhaie sich eine goldene Nase auf Kosten der Stadt und ihrer Bürger verdienen können.

Die Amtszeit der Herren Helminger und Bausch wird definitiv nicht als “Belle Epoque” in die Architekturgeschichte unserer Hauptstadt eingehen… Laksembörg-Sitti: wärri ällen, wärri dout!

(Pressecommuniqué vun de Stater Sozialisten vum 27. Juli 2011)

Am blau-grünen Schöffenrat der Stadt Luxemburg sind große Illusionisten verloren gegangen. In der Tat versuchen die Verantwortlichen durch übertriebenes Marketing und der Präsentation unausgegorener Projekte den Menschen glaubhaft zu machen, dass alles zum Besten stehe in der Besten aller Städte. Dies ist zumindest die Schlussfolgerung die man unweigerlich aus den Aussagen des Bürgermeisters und des ersten Schöffen anlässlich der Vorstellung ihrer jeweiligen Fazits zu den vergangengen 6 Jahren ziehen muss.

Wohnungsbau, Kinderbetreuung, Mitbestimmung, Transparenz, Mobilität, soziale Mixität. In all diesen Bereichen gibt es anscheinend keine Probleme, es könnte nicht besser laufen. Dass dem leider nicht so ist, dass dies alles bei weitem mehr Schein ist als Sein, kann man aber bei näherem Betrachten durchaus feststellen. David Copperfield lässt grüssen.

In der Tat sind die Verantwortlichen wahre Ankündigungsweltmeister: Place de l’Etoile, Luxembourg Central*, Porte de Hollerich, autofreies Wohnen, Car-sharing… Alle diese Projekte wurden mit mehr oder weniger grossem Tamtam vorgestellt, oft sogar mehrmals und am liebsten kurz vor den Wahlen; bei keinem einzigen hat die Stadt aber mit der Umsetzung begonnen.

Die finanzielle Situation der Stadt Luxemburg ist gut. Auf den ersten Blick scheint dies auch löblich weil es nach einer verantwortungsvollen und vorausschauenden Finanzpolitik aussieht. Allerdings stehen dieser Finanzsituation fehlende Investitionen in Schulen, der schlechte Zustand vieler Schulgebäude, provisorische und während langer Zeit überfüllte Auffangstrukturen für Kinder, sehr unflexible Öffnungszeiten eben dieser Crèches und Foyers scolaires sowie ein noch immer fehlender Indoorspielplatz gegenüber, um nur einige Beispiele zu nennen. Eine gute finanzielle Situation darf deshalb nicht über fehlende Investitionen hinwegtäuschen. Im Gegenteil, die Stadt, und insbesondere die Kinderbetreuung, darf nicht totgespart werden.

Auch in punkto Wohnungsmarkt und –bau, gibt der Bürgermeister vor, dass alles in die richtige Richtung läuft. Es würden Wohnungen gebaut und der Schöffenrat würde das seine dazu beitragen, dass die Stadt wächst.

Allerdings ist das Gegenteil der Fall: die Politik der DP-Déi Gréng Koalition kennzeichnet sich durch ein stetiges laissez-faire, einen Wildwuchs in Sachen Wohnungsbau, verloren gegangene Planungshoheit, illegale Wohnungsumfragen sowie Zerstörung alter, wertvoller Bausubstanz. Wohnungen werden nur in ungenügender Stückzahl gebaut. Es gibt keine Grossprojekte in Sachen Wohnungsbau (wie z. Bsp., in der Vergangenheit, die Sauerwiss), und neue Büro- und Einkaufsflächen wie der Royal Hamilius werden auf Kosten von erschwinglichen Wohnungen gebaut. Sogar das an sich lobenswerte Baulückenprojekt führt, durch die Zerstörung von Grünflächen und Spielplätzen inmitten verschiedener Stadtviertel (wie zum Beispiel Weimerskirch), aufgrund des Aktivismus des Schöffenrates in diesem Bereich zu einer Verminderung der Lebensqualität in eben diesen Vierteln.

Kurz, eine proaktive Wohnungsbaupolitik von Seiten der Stadt Luxemburg, die zu mehr bezahlbaren Wohnraum führen und der negativen Entwicklung in Sachen Wohnungsmarktpreise entgegenwirken würde, fehlt vollkommen.

Ein kohärentes Konzept in Sachen Verkehrpolitik in der Stadt, ein Thema das eng verbunden ist mit Lebensqualität und Wohnen, hat diese Koalition ebenso nicht ausgearbeitet: über Gimmicks wie das vel’oh oder ein unvollständiges Fahrradpisten-Netz geht die Politik der Blau-Grünen im Gebiet der „sanften Mobilität“ leider nicht hinaus.

Auch in Sachen Transparenz und Dialog mit dem Bürger trügt der Schein. Während sich die Koalition über den (blau-)grünen Klee lobt, bleibt sie, entgegen dessen was sie versprochen hatte, vieles schuldig. Schaffung von Stadtteilbeiräten, Reaktivierung der Arbeitsgruppen in den Stadtvierteln um an der Stadtentwicklung mitzuarbeiten, größeres Mitspracherecht der beratenden Kommissionen, ein Jugendgemeinderat der seinen Namen verdient: all dies wurde in der Schöffenratserklärung 2005 versprochen und nicht umgesetzt.

Alle Marketinganstrengungen des blau-grünen Schöffenrats können diese Versäumnisse der letzten 6 Jahre nicht einfach wegzaubern. Dafür bedarf es einer proaktiven Politik, die sich an den Bedürfnissen der Menschen und nicht an den alleinigen Interessen der Spekulanten orientiert. Es bedarf einer Politik die die Herausforderungen, die sich der Stadt mittel- und langfristig stellen, offensiv angeht. Eine Politik die nicht am falschen Ende spart sondern in die Zukunft investiert und die bestmöglichen Bedingungen für die Kinderbetreuung schafft. Es bedarf einer Politik die bezahlbare Wohnungen schafft und den Markt nicht sich selbst überlässt.

Eine Politik also, die ihren eigenen Ansprüchen gerecht wird.

 

(Artikel aus dem Tageblatt vum 23. Juli 2011)

(*an der Originalversioun steet Gare Centrale; et misst natierlech Luxembourg Central heeschen)

(Statement vu IUSY – International Jonksozialisten, ECOSY – Europäesch Jonksozialisten, an SJÖ – Sozialistische Jugend Österreich virum IUSY Festival dee muer ugeet)

 

 

 

 

“The attack against our friends of AUF, Norway, is a true tragedy. Today we have
received the news that more than 80 of the comrades of AUF were killed. It is
unbelievably sad.

The attack against our friends of AUF, Norway, is a true tragedy. Today we have
received the news that more than 80 of the comrades of AUF were killed. It is
unbelievably sad.

The friends of AUF gathered to hold their yearly summer camp at Utøya. To discuss,
meet friends and enjoy life. A paradise was turned into hell through an unjustifiable
act of violence.

In this time of challenge and sorrow we listen and gather behind the words of our
friend and comrade Eskil Pedersen, President of AUF:

“AUF and the ideas of AUF will live on, we will never give up in our struggle
for what we believe in. We will, as the Prime Minster Jens Stoltenberg said
earlier, meet terror with more democracy.”

-

“We need to gather behind the ideas of democracy and equality”.

-

We, IUSY and ECOSY, and all of our member organizations around the world
express our deep condolences with our friends of AUF in these difficult times. We all
feel deep sorrow. Our hearts and minds are with the victims and their families.

The attack on AUF is an attack on all of us, our values and principles. We will
continue our struggle for democracy, human rights and equality; for a multicultural
society and the fight against right wing extremism.

We are meeting on Monday for our IUSY World Festival. In our hearts and thoughts
our friends from AUF are with us.

We stand together in solidarity.

We are all AUF activists today.

The Leadership of the Festival (IUSY, ECOSY and SJÖ) are now making all
necessary arrangements in order to hold our IUSY World Festival in a respectful and
safe way.

We are in constant contact with the police, which are taking the necessary security
measures in order to ensure a safe and secure Festival for all participants.

At the Festival we will express our condolences, our sorrow and respect the victims,
their families and send our thoughts to the friends of AUF. We will do this at the
Opening of the Festival and during all week.

We encourage all member organizations to send their regards to AUF.

We will keep all of you updated.

(…)

Viviana Piñeiro, IUSY President
Johan Hassel, IUSY Secretary General

Kaisa Penny, ECOSY President
Thomas Maes, ECOSY Secretary General

Wolfgang Moitzi, SJÖ President
Max Wallner, SJÖ Secretary General
Sebastian Schublach, IUSY Vice President”

A senger Reaktioun op den Leitartikel „Grüner Zeitgeist“ vum Janina Strötgen am Tageblatt bezeechent de Manuel Huss dësen als „wahltaktesch Stëmmungsmaach“ an manner als konstruktiv an inhaltlech Kritik un der Parteipolitik vun deene Gréngen. Dat ass natierlech verständlech well him den Leitartikel net gefält deen op eng ganz Partie pertinent Punkten ageet wat deen aktuellen gréngen Hype betrëfft.

Dobäi reagéiert hien kuerz op e puer Punkten. Een dovun ass de Versuch verschidden schwaarz-gréng Bündnisser an Däitschland ze verteidegen an se matt der schwaarz-rouder Koalitioun hei am Land gläichzesetzen. Doriwwer vergiesst hien awer dass déi schwaarz-gréng Bündnisser an Däitschland, zum Beispill zu Hamburg an och zu Saarbrécken, dozou geféiert hunn, dass d’CDU ee Koalitiounsprogramm duerchsetzen konnt deen zu iwwert 80% aus rengen konservativen Positiounen bestan huet. Read the rest of this entry »

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  • Christophe: Bonjour Här Pauly, Merci fir äre Kommentär obwuel dier iech natierlech kënnt firstellen dass ec [...]
  • Guy Pauly: Hallo Här Schiltz... dier huet den Bezuch zur Realiteit dach esou verluer dass dir selwer net mi [...]
  • Grüner Zeitgeist? – II « Mol Sonn, mol Reen: [...] deen ech aus dem sozialdemokratesche Lager kréien. Folgende Kommentar ass eng Reaktioun op de [...]
  • Dan Codello: Félicitatiounen fir déi stark an dynamesch Equipe!!! Wënschen Aerch eng flott an engagéiert C [...]
  • Joël: Luxemburg-Stadt ist eine Großstadt? Das klingt ein wenig nach Größenwahn. Ich finde den Ansatz, d [...]